Österreichische Gesellschaft für Urologie protestiert gegen die geplante Aufhebung des Nichtrauchergesetzes

Prim. Univ. Prof Dr. H. Christoph Klingler, Präsident

Prim. Univ. Prof. Dr. Stephan Madersbacher, Generalsekretär

Pro Jahr erkranken in Österreich etwa 1.400 Männer und Frauen an einem Harnblasenkarzinom und 430 Patienten sterben pro Jahr an diesem Tumor. Männer sind deutlich häufiger betroffen (75%). Das Harnblasenkarzinom ist beim Mann der 4. häufigste Tumor und die 8. Krebstodesursache, bei der Frau ist es der 11. Häufigste Tumor und Krebstodesursache.

Der Nikotinabusus ist der bei weiten wichtigste Risikofaktor für die Entstehung eines Harnblasenkarzinoms, über der Hälfte aller Blasenkarzinomfälle sind direkt dem Tabakkonsum zuzuordnen, d.h. 700 Neuerkrankungen pro Jahr und etwa 200 Todesfälle pro Jahr in Österreich sind direkt durch Tabakkonsum bedingt. Auch Passivrauchen erhöht das Risiko für das Harnblasenkarzinom.

Durch den zunehmenden Tabakkonsum von Frauen sehen wir seit einigen Jahren eine erschreckende Zunahme der Neuerkrankungen von Frauen. Das Harnblasenkarzinom der Frau weist zudem bei der Erstdiagnose - im Vergleich zum Mann - ein höheres Tumorstadium und eine insgesamt schlechtere Prognose auf.

Das Harnblasenkarzinom zählt auf Grund seiner hohen Rezidivrate und der aufwendigen Therapie im Falle eines muskel-invasiven Tumorstadiums zu den teuersten Tumorerkrankungen. Darüber hinaus gibt es eine sich verdichtende wissenschaftliche Evidenz dass Rauchen auch für das Prostatakarzinom und für das Nierenzellkarzinom einen kausalen Einfluss hat.

Auch andere sehr häufige urologische Erkrankungen wie die Harninkontinenz, Erektionsstörungen und Fertilitätsstörungen werden durch Rauchen negativ beeinflusst oder verschlimmert.

Wir Urologen sind regelmäßig mit dem Leid (und auch Sterben) von Patienten mit einem Harnblasenkarzinom konfrontiert und sind bestürzt über die geplante Aufhebung des Nichtrauchergesetzes.

Die Österreichische Gesellschaft für Urologie fordert deshalb ÖVP und FPÖ auf, das Nichtrauchergesetz nicht aufzuheben. Österreich führt mit einem Raucheranteil von etwa 35% der Bevölkerung die Weltrangliste der Raucherländer an und setzt damit seine Bevölkerung einem der höchsten Risiken weltweit für die Entstehung eines Harnblasenkarzinoms aus. Dies ist nach dem bestehenden Wissensstand unverantwortlich.

 

Die ÖGU unterstützt dabei die Petition der österreichischen Krebshilfe und bittet um Unterzeichnung: https://www.openpetition.eu/at/petition/online/wir-fordern-oevp-und-fpoe-auf-das-nichtrauchergesetz-muss-bleiben

Veranstaltungen

Urology Week

24. - 28. September 2018

Mit zahlreiche Aktionen wird in vielen Ländern Europas für mehr Aufmerksamkeit für Prostata, Blase, Niere und Männergesundheit gesorgt. 
Mehr Informationen unter: https://urologyweek.org  

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70. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU)

26. - 29. September 2018
Dresden

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09.-10.11.2018 - Fortbildungstagung der österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie

09.-10. November 2018
Voestalpine Stahlwerk Linz, Österreich

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Fortbildungskalender

Auf gemeinsame Initiative des Berufsverbandes der Österreichischen Urologen (bvU), der Bundesfachgruppe Urologie der Österreichischen Ärztekammer und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie (ÖGU) wurde ein neuer urologischer Fortbildungskalender ins Leben gerufen.

 Uro Campus

www.urocampus.at

NÖGU-Magazin

 

NOEGU 57 2018